Überlegt handeln statt planlos überstürzen: Erfolgreich eine Krise meistern.

Thomas Frischknecht 2assistU gmbh

Thomas Frischknecht ist Managing Partner der Firma 2assistU. Als vormaliger CEO einer Schweizer Airline kennt er die Wichtigkeit von guter Krisenvorbereitung und soliden Notfallplänen.
Eine Krise entsteht in der Regel aus einer Verkettung von zufälligen Ereignissen, die einzeln betrachtet eher unwahrscheinlich auftreten und harmlos sind. Die Kombination jedoch bedroht die Existenz eines Unternehmens oder einer Institution.

Mit einer Krise verbinden viele ein von aussen kommender, plötzlich auftretender Vorfall, der das Unternehmen bzw. die Institution direkt betrifft: Nach einer Überschwemmung steht das Wasser meterhoch; ein grosser Brand, ein heftiges Erdbeben, ein Sturm mit Blitz oder Hagelschlag beschädigt das Gebäude stark; durch eine Pandemie oder einen Streik fällt der Grossteil der Belegschaft aus.

Ein Unternehmen kann aber auch indirekt betroffen sein, wenn die erwähnten Ereignisse längere Zeit Zufahrtswege blockieren, einen wichtigen Lieferanten ausser Gefecht setzen oder die IT- bzw. Kommunikationssysteme ausfallen lassen. Insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen sind angewiesen auf einwandfreie Versorgung. Gibt es hier ernsthafte Verzögerungen, kann dies rasch in eine bedrohliche Krise führen.

Krisenmanagement ist die Überlebensversicherung eines Unternehmens

Wenn eine Krise auftritt, steht jeder im Stress, klares Denken ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Dennoch sind rasche, zielgerichtete Entscheidungen nötig, damit Menschen, die Umwelt und die Anlagen möglichst unbeschadet davon kommen. Es ist hilfreich, einen Leitfaden zu haben, an den sich die Krisenführung halten kann. Somit kann sie sich auf die wichtigen Entscheidungen konzentrieren und muss sich keine Gedanken über die grundsätzlichen Themen machen wie: Wer ist für welche Bereiche verantwortlich (Krisenstab); welche Infrastrukturen benötigt der Krisenstab (Raum, Kommunikation); welche Sofortmassnahmen müssen getroffen werden; welches sind längerfristige Schritte; wie und mit wem kommuniziert die Führung nach innen und aussen. Sind alle diese Punkte in einem aktuellen Krisenhandbuch festgehalten, kann die Krisenführung ihre volle Aufmerksamkeit darauf richten, die unvorhergesehene Situation wohlüberlegt zu meistern.

Krisenmanagement zahlt sich für jedes Unternehmen, egal welcher Grösse, aus. Neben einem aktuellen Krisenhandbuch sind regelmässige Überarbeitungen, Besprechungen oder sogar Übungen sinnvoll, z. B. jährlich. Die Situation im Unternehmen ändert sich stetig: Mitarbeitende wechseln, neue Gefahren durch neue Prozesse entstehen. Das Handbuch muss somit immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden. Zudem gibt die wiederkehrende Beschäftigung mit dem Thema allen Mitarbeitenden Sicherheit, um in einer aussergewöhnlichen Situation einen kühlen Kopf zu bewahren. Dadurch wird vielleicht das nächste Mal eine heikle Situation sofort gelöst, die Kette der Zufälligkeiten unterbrochen und die Krise kann gleich zu Beginn abgewendet werden.

Tipps vom Experten

  1. Erfolgreiches Krisenmanagement beinhaltet Organisation, Infrastruktur und Prozesse
  2. Machen Sie Ihre Organisation in drei Stufen fit für den Notfall: Vorbereiten – Schulen – Trainieren
  3. Ein funktionierendes Krisenmanagement ist wie eine Versicherung – damit Sie nachts ruhig schlafen können

Gastautor

Thomas Frischknecht 2assistU gmbh
Thomas Frischknecht
Krisenexperte

2assistU GmbH
Management Lösungen für Krise, Unfall oder Katastrophe
www.2assistu.ch

care. train. prevent.

Thomas Frischknecht ist Managing Partner der 2assistU GmbH in Brugg AG. Das Unternehmen unterstützt Firmen und Institutionen aller Grösse und Branche beim Entwickeln, Umsetzen und regelmässigen Überprüfen bzw. Trainieren von Notfall- und Krisenplänen. Zusätzlich plant und organisiert 2assistU speziell auf die Bedürfnisse angepasste Schulungen und Weiterbildungen zu verschiedenen Themen.

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