Sozialversicherungen: Entsandte Mitarbeiter richtig versichern

Sozialversicherung, Entsandte, ExpatriatesFirmen entsenden Führungs- und Fachkräfte oft für einen begrenzten Zeitraum zu Tochterfirmen ins Ausland. Je nach Gestaltung des Arbeitsvertrags und nach Aufenthaltsland kann der gewohnte Sozialversicherungsschutz ganz oder teilweise entfallen. Denn das Territorialprinzip besagt, dass Entsandte (in der Umgangssprache auch Expatriates genannt) grundsätzlich in dem Land sozialversichert sind, in dem sie ihre Beschäftigung ausüben. Doch es gibt auch Ausnahmen: So sind Mitarbeiter von der Sozialversicherungspflicht im Aufenthaltsland befreit, wenn sie auf Weisung und für Zwecke ihres Schweizer Arbeitgebers für eine im Voraus befristete Zeit ins Ausland gehen. Die Regelungen variieren von Land zu Land.

Was gilt es zu beachten?

Die Schweiz hat mit mehreren Staaten «Sozialversicherungsabkommen» zum Schutz der sozialen Sicherheit geschlossen. Um den Sozialversicherungsschutz auch für Mitarbeiter, die in einem Nichtvertragsstaat, mit dem kein Abkommen geschlossen wurde, eine vorübergehende Tätigkeit für ihren Schweizer Arbeitgeber ausüben, zu gewährleisten, wurden im innerstaatlichen Recht eine Reihe von Vorkehrungen getroffen.

Für einen Mitarbeiter, der für Rechnung seines Arbeitgebers zeitlich befristet in einem anderen Staat einen Auftrag erledigt, ist das Sozialversicherungsrecht des Ursprungslands während des Auslandsaufenthalts weiterhin anwendbar, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Laut dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) gilt es bei «Entsendungen» folgende Fälle zu unterscheiden:

  1. Entsendungen aus der Schweiz in einen EU-Staat
  2. Entsendungen aus der Schweiz in einen EFTA-Staat
  3. Entsendungen aus der Schweiz in Vertragsstaaten (ohne EU / EFTA)
  4. Erwerbstätigkeit für einen Schweizer Arbeitgeber in einem Nichtvertragsstaat (Staat, mit welchem die Schweiz kein Abkommen über Soziale Sicherheit abgeschlossen hat)

Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hat zu diesem Thema weiterführende Informationen und Merkblätter auf seiner Webseite bereitgestellt.

Während der bewilligten Entsendungsdauer hat der entsandte Mitarbeiter und sein Arbeitgeber weiterhin Beiträge zu zahlen an:

  • Sozialversicherungen (AHV, IV, EO, ALV)
  • Krankenversicherung (KVG)
  • Unfallversicherung (UVG)
  • Krankentaggeld (sofern vorhanden)
  • Pensionskasse (BVG)

Für Selbständigerwerbende gelten die Bestimmungen in der Regel sinngemäss.

Tipps vom Experten

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  1. Prüfen Sie frühzeitig anhand der Merkblätter des BSV, ob die Voraussetzungen für eine Entsendung erfüllt sind.
  2. Stellen Sie bei der AHV-Ausgleichskasse fristgerecht einen Antrag auf Ausstellung einer Entsendungsbescheinigung.
  3. Nichterwerbstätige Familienangehörige, die den Entsandten ins Ausland begleiten, sind in der Regel nicht mehr in der AHV/IV versichert. Ehepartner von Entsandten können der AHV/IV jedoch freiwillig beitreten.

Fallstricke

  • Die Entsendebestätigung der AHV-Ausgleichskasse ist zeitlich befristet (12-24 Monate). Stellen Sie bei Bedarf frühzeitig einen Antrag auf Entsendungsverlängerung (Ausnahmevereinbarung).
  • Wesentliche Änderungen während der Entsendung werden weder vom Arbeitnehmer noch vom Arbeitgeber den zuständigen Behörden gemeldet.

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Wertvolle Links

 BSV – Sozialversicherungsabkommen
 BSV – Entsendungen

Quelle: Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV)

 

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