Reputationsrisiken: Versicherung als Lösung?

Es braucht 20 Jahre, um einen guten Ruf aufzubauen und fünf Minuten, ihn zu zerstören. Wer dies bedenkt, handelt bewusst.
Warren Buffet

Die Reputation ist für Unternehmen ein wichtiges Gut. Das digitale Zeitalter hat Unternehmen vor neue Herausforderungen gestellt. Negative Meldungen verbreiten sich in den sozialen Medien in Windeseile. Die Auswirkungen von negativen Schlagzeilen können verheerend sein. Demzufolge rangieren Reputationsrisiken in verschiedenen Umfragen ganz oben auf der Besorgnisskala.

Reputation
Mögliche Auslöser von Reputationsschaden
  • Rückrufaktion von Produkten
  • Unlautere Geschäftspraktiken / Unregelmässigkeiten
  • Rechtliche und regulatorische Untersuchungen
  • Negative Assoziationen mit Dritten
  • Ethische Verstösse (z.B. Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit)
  • Operative Ereignisse (z.B. Umweltverschmutzung)
  • Gesundheitsschädigende Vorkommnisse (z.B. Salmonellen)
Finanzielle Folgen eines Reputationsschadens
  • Umsatzeinbruch (kurz oder langfristig)
  • Negative Auswirkungen auf den Aktienkurs
  • Kosten für Krisenmanagement
  • Kosten für Wiederherstellung der Reputation
Was kann ein Unternehmen vorkehren?

Im Rahmen eines kontinuierlichen Risiko- und Chancen-Management-Prozesses gilt es die Reputationsrisiken zu identifizieren und zu bewerten. Alsdann können Präventionsmassnahmen und Vorkehrungen für den Ereignisfall getroffen werden. Ein geschickter Umgang mit einer unglücklichen Situation kann sich im besten Fall auch positiv auf den Erfolg eines Unternehmens auswirken.

Prävention
Ein Unternehmen kann proaktiv Massnahmen ergreifen um den Eintritt oder die Auswirkungen eines Ereignisses zu mindern. Beispiele von Präventionsmassnahmen sind:

  • Entwicklung einer Strategie zur Krisenreaktion (Notfallplan)
  • Zusammenarbeit mit einem Spezialisten für Krisenkommunikation
  • Medienbeobachtung

Ereignisfall
Rasches und professionelles Handeln ist der Schlüssel zum Erfolg. Ist ein aktueller Notfallplan vorhanden, dann kann in einer Krise zeitnah und professionell reagiert und kommuniziert werden. Dies hilft die negativen Auswirkungen, wie die rasche Verbreitung von Negativmeldungen über die sozialen Medien, in Grenzen zu halten.

Risiken wirksam mindern

Proaktive Massnahmen zur Vermeidung von Risiken sowie rasches und professionelles Krisenmanagement können einen möglichen Schaden wesentlich reduzieren oder den Aktienkurs gar positiv beeinflussen.

Ist Versicherung eine adäquate Lösung?

Die Versicherungswirtschaft hat Reputationsrisiken als Geschäftsfeld erkannt und erste Produkte auf den Markt gebracht. Es gilt zu beachten, dass eine Versicherung nicht die Lösung des Problems ist. Sie hilft lediglich finanzielle Auswirkungen zu mildern. Die zentrale Rolle für den Umgang mit Reputationsrisiken spielt ein funktionierendes Risiko- und Krisenmanagement. Im Risikomanagement-Prozess sollte eine Versicherung als Risikotransfer-Möglichkeit aber durchaus nach dem Kosten-/Nutzen-Prinzip geprüft werden.

Was kann versichert werden?
  • Gewinneinbruch (entgangener Gewinn)
  • Kosten für Krisenmanagement (u.a. Honorar der Krisen-Kommunikationsfirma, Pressearbeit, Medienbeobachtung sowie Anzeigenschaltungen)
  • Kosten für Wiederherstellung der Reputation
Tipps vom Experten
  • Reputationsrisiken sind Chefsache.
  • Im Notfallplan sollte das Vorgehen bei einem Reputationschaden berücksichtigt werden.
  • Eine Zusammenarbeit mit einem Spezialisten für Krisenkommunikation sollte bestehen.
  • Es gilt Doppelversicherung zu vermeiden. Versicherungen, die bereits gewissen Versicherungsschutz beinhalten können:
    • Organhaftpflicht (D&O)
    • Vertrauensschaden (Veruntreuung)
    • Produkteschutz (böswillige Produkte-Manipulation / unfallmässige Produkteverunreinigung)
    • Cyber-Risiken
Fallstricke
  • Unvollständiger oder überholter Notfallplan (Kriseninterventionsplan)
  • Auslöser für Versicherungsleistung nicht risikogerecht oder umfassend genug definiert

 

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