Erdbeben-Risiko und -Versicherungssituation in der Schweiz

Die Schweiz gilt als Land mit moderater seismischer Aktivität und blieb glücklicherweise in den letzten Jahrzehnten von schadenträchtigen Erdbeben verschont. Einige Regionen wurden in der Vergangenheit dennoch von Erdbeben mit hohem Schadenausmass heimgesucht. Insbesondere das Erdbeben von Basel im Jahre 1356 gilt als grösstes Beben in Europa nördlich der Alpen. Experten der Swiss Re gehen davon aus, dass heute bei einem vergleichbaren Erdbeben in Basel mit Schäden im Bereich von CHF 50 – 100 Mrd. gerechnet werden müsste. Versichert ist aktuell ein Bruchteil.

Quelle: Schweizer Erdbebendienst (SED)

Wie sieht die Versicherungssituation aktuell aus?

Wer in der Schweiz eine Versicherung gegen Feuer abschliesst, der geniesst automatisch Versicherungsschutz für Elementarereignisse (Hochwasser, Überschwemmung, Sturm, Hagel, Lawine, Schneedruck, Felssturz, Steinschlag und Erdrutsch). Die Definition kann zwischen der Privatassekuranz und der 19 kantonalen Gebäudeversicherungen variieren. Erdbeben fällt hingegen nicht unter diese Definition. Demzufolge besteht in der Regel kein automatischer Versicherungsschutz für Erdbebenschäden. Ausnahmen bilden die Erdbebenversicherung der kantonalen Gebäudeversicherung Zürich sowie der freiwillige Pool für Erdbebenschäden von 18 kantonalen Gebäudeversicherern.

Eine schweizweite Versicherungslösung zeichnet sich ab

Obwohl schon viele Jahre von einer obligatorischen Erdbebenversicherung gesprochen wird, wurde diese bisher nie umgesetzt. Dies soll sich nun ändern. National- und Ständerat haben kürzlich die vom Schweizerischen Versicherungsverband unterstützte Motion «Obligatorische Erdbebenversicherung» von Ständerat Jean-René Fournier gutgeheissen. Diese verlangt die Einführung einer obligatorischen Erdbebenversicherung mit einheitlichen Prämien in der ganzen Schweiz. Der Bundesrat ist nun damit beauftragt worden eine obligatorische Erdbebenversicherung auszuarbeiten.

Spannend wird sein, wie die Erdbebenversicherung ausgestaltet wird (d.h. Rahmenbedingungen wie Deckungsumfang, Limiten und Prämien).  Dabei wird die Haftungslimite pro Versicherungsnehmer und Ereignis – analog der Elementarschadenversicherung – höchstwahrscheinlich begrenzt werden. Somit werden einige Unternehmen auch weiterhin ergänzende Versicherungsdeckung abschliessen müssen.

Was ist bis dahin zu beachten?

Bis zur Einführung einer schweizweiten, obligatorischen Erdbebenversicherung ist es weiterhin Sache der Unternehmen und Privatpersonen das Risiko zu beurteilen und bei Bedarf zu versichern. Grössere Unternehmen werden aber auch mit einer obligatorischen Erdbebenversicherung noch ergänzend Erdbebendeckung einkaufen müssen. Generell wird eine obligatorische Erdbebenversicherung zu Mehrkosten führen.

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